Mama, ICH mach‘ das!

Knapp vor sieben Uhr morgens. Der Wecker klingelt …
Nicht. Denn ich habe ja ein aufgewecktes Kleinkind. K. weckt mich also mit „Hallo, Mama!“ und einem unglaublich feuchten Liebesküsschen. Süüüß. Wahrhaftig schön, so aufzuwachen (mir schmilzt das Herz … ) – wenn draußen nicht diese grausame Dunkeheit wäre … (Wann ist das eigentlich passiert?!)
Wir stillen noch ein bisschen (ja, liebe Langzeitstillgegner, das tun wir noch ziemlich oft!), das gibt mir Zeit, wach zu werden. Aber dann muss ich auch schon stramm Gewehr bei Fuß stehen (Woher kommt eigentlich diese Redewendung? Das ist doch was für meinen nächsten Beitrag oder?).

K. tappelt zum Lichtschalter. Bämm! Gnadenlose Helligkeit. Ich ziehe die bunte Bettdecke über den Kopf und grummele so vor mich hin. „Mmmmmmmmmmmm …“
Ich will noch nicht aufstehen … Zu meiner Mutter habe ich früher immer gesagt: „Nur noch fünf Minuuuuten.“ Heute geht das natürlich nicht mehr.

„Mama! Aufdeeeh’n!“ Der Zweijährige kommt, zieht mir energisch die Decke weg, springt auf mich drauf. Autsch. Die Wirbelsäule … Fünfzehn Kilo sind schon eine Menge.
„Kassee machen.“ Hm? Kaffee, ja, gute Idee. Dass der schon weiß, was Kaffee ist … (Ich muss an meiner Verziehung arbeiten … )
Ich stehe auf, tapse ins Bad. „Ich mach Licht an!“ Ruft der kleine Tyranno-Benglus K. – und weckt dabei gleich noch seinen Vater und Bruder, die eben noch tief im Familienbett schlummerten.

Nein, denke ich – immer noch auf dem Klo sitzend – jedenfalls zutiefst erschüttert, bitte nicht, es ist mir zu hell … Bämm! Dong! Da ist sie wieder. Diese Helligkeit. K. trottet – falsch, eigentlich rennt er – ins Kinderzimmer, kommt mit ein paar Autos wieder. „Mama, Du mitspiel’n!“ Jetzt?! Ich muss doch bitte erst mal wach werden … „Mamaaaaaaaaa!!!“ Oh Gott, steh‘ mir bei. „Hallo … ja, geht mir guhuuut. Und Dir? Komm, wir fahren Kaffee machen.“ Zusammen steigen wir die Wendeltreppe hinunter. Längst kann er allein hinuntersteigen, aber seit ein paar Tagen fordert er wieder meine Hand – egal, was da komme, egal, was ich sonst noch trage, egal …“ Egal. (Was ist _das_ nun eigentlich wieder für ’ne Phase? Rhetorische Frage. Muddi weiß natürlich bescheid, ha!)

„Ich mach‘ Licht an!“ Jaja, ist ja schon gut. Mach Du mal. Ich möchte Wasser in den Kocher füllen. „Mama, ich mach das!“ Jawoll ja. Dann hol mal Deinen Stuhl. Mhm. Ja, schieb ihn an die Spüle. Gut so. Vorsicht, nicht so weit aufmachen, den Wasserhahn … ja, so ist gut. Prima! (Wie gut er das macht!)
Ich nehme die Kanne des Wasserkochers, möchte den Deckel wieder schließen, um ihn der Elektronik nahe zu bringen – in  der Hoffnung auf lecker kochendes Wasser … (Gleich schlafe ich ein …)

„Ich mach das!!“ Entschuldigung. Hab‘ ich kurz vergessen. Klaro. (Ich bin so fehlerhaft.) Vooooorsicht, okay. „Ich mach Schalter an.“ Geschafft.  Das Wasser beginnt zu kochen, der Kaffeegenuss naht …
Und das jeden Morgen.
Und es ist erst der Morgen.
Irgendwie schön, irgendwie anstrengend.
Ich bin glücklich darüber, ich bin müde.
Ich bin …
Mutter.
(Hier bitte das Herz einfügen.)

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