Vom Winde verweht …

Spanische Briefe. Es muss ein ganzer Sack voll gewesen sein. Bis der Wind kam? Unübersehbar verstreut am Straßenrand. Hinter jedem von ihnen verbirgt sich eine Geschichte, eine Erinnerung oder wieder etwas ganz anderes. Was er ihr wohl zu sagen hatte? Die Schrift auf dem Liebesbrief ist verwischt. Die Kekse von der Oma haben am vergangenen Wochenende ganz besonders gemundet. Auf einer Karte ist ein bunter Schmetterling zu sehen, auf einer anderen Graffiti. „Der Papa und die Mama streiten sich dauernd, Mimi … Ich hoffe, die vertragen sich bald wieder …“ – ist auf einem zu lesen.


Gesehen in Spanien (Palma de Mallorca)

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13 Antworten auf „Vom Winde verweht …“

  1. Hallo Cora,
    krass! Welche Geschichte wohl dahinter steckt und uns verborgen bleibt …
    Da könnte ich jetzt stundenlang nachdenken und mir was zusammenreimen.
    Ob der Wind sie wohl weiter erzählt!? Die Geschichte der Briefe in Palma.

    Liebe Grüße aus dem Süd-Westen,

    Kai ;O)

  2. Lieber Kai,

    als ich die Briefe da so liegen sah, dachte ich, jemandem sei vielleicht ein Ordner heruntergefallen und die Seiten herausgefallen. Doch beim genaueren Hinschauen waren es eben diese Briefe – von den verschiedensten Absendern an die verschiedensten Adressaten. Und jeder hatte etwas anderes zu erzählen. Die vorrübergehenden Leute haben das vermutlich gar nicht bemerkt. Was sie aber bemerkten: Eine Frau, die nasse Zettel aufhebt und sie liest. Das muss ein seltsamer Anblick für sie gewesen sein. 😉

    Ich wünsche Dir eine tolle Restwoche!

  3. Liebe Cora,

    sei beruhigt, ich wäre an Deiner Stelle genauso wunderfitzig gewesen wie Du! Doch hätte ich eine Barriere zu überwinden gehabt, und zwar müsste mir jemand aus dem Spanischen übersetzen.
    Jetzt male ich mir beim Betrachten Deines Brieffotos wieder Geschichten über die Hintergründe aus.

    Dir beste Wünsche fürs Wochenende!

    Kai 😉

  4. Das erinnert mich an den zerissenen Zettel, den ich einmal im Park fand. Darauf war ein Gedicht von Erich Fried gekritzelt: „Es ist was es ist – sagt die Liebe…“ – Die Tinte war verschmiert. „Bestimmt waren das die Tränen“, dachte ich mir damals. Seitdem gehört es zu meinen Lieblingsgedichten.

    Der einsame Brief auf dem Busch, die zerstreute Geschichte auf dem Boden… Ein sehr ausdrucksstarkes Bild, Ani. Du hast einen Schatz gefunden.

  5. Ja, sein Gedicht ist wunderschön. Es ist auch eines meiner Lieblingsgedichte.
    Und wie es sie trifft – die Liebe.

    ***

    Was es ist

    Es ist Unsinn
    sagt die Vernunft
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

    Es ist Unglück
    sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz
    sagt die Angst
    Es ist aussichtslos
    sagt die Einsicht
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

    Es ist lächerlich
    sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig
    sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich
    sagt die Erfahrung
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

  6. Lebensgeschichten, wie Schnipsel verstreut am Strassenrand, wenn das nicht neugierig macht – und beim Lesen zu eigenen Geschichten inspiriert!
    Auf deine Begegnungen und Begebenheiten, die ich eben zu entdecken beginne, bin ich auch gespannt.

    Liebe Grüsse,
    Brigitte

  7. Liebe Brigitte,

    es hatte sogar etwas durchaus Mystisches! Mein Liebster musste mich aus meinen Tagträumen reißen, damit wir endlich weitergehen konnten. Und dennoch: Ich habe es nicht gewagt, auch nur einen dieser Briefe von seinem Ort fortzutragen … Irgendwie gehörten sie genau dort hin.

    Liebe Grüße zurück,
    Coralita

  8. Was stecken da für Geschichten hinter? Ja, ich glaube, ich hätte sie auch dort belassen, falls sie sich doch jemand zurückholen mag..
    Vielen Dank für deinen Besuch bei mir, Coralita,
    nun lese ich mich wohl hier fest.. 😉

    ..grüßt dich syntaxia

  9. Liebe syntaxia,

    schön, dass Du den Weg hergefunden hast!
    Ich habe nur einen Blick auf wenige der Briefe werfen können, doch hätte ich noch stundenlang dort verweilen können – hätte es nicht geregnet. 😉

    Herzliche Grüße,
    Coralita

  10. Liebe Coralita,
    ich danke dir für deinen Kommentar, über den ich sehr gelacht habe, denn eine Kommode mit solchen Schubladen wäre mir auch ganz recht.

    Diese Briefe bergen mit Sicherheit viele Geschichten in sich. Da würde mir sofort jede Menge einfallen. Aber, du hattest recht, sie nicht mitzunehmen. Sie mitzunehmen, käme einem vor, wie etwas Verbotenes. Man kann auch sagen, du hast sie respektvoll behandelt.

    Lieben Gruss, Brigitte

  11. Hallo Brigitte,

    danke auch für Deinen Kommentar!
    Respektvoll … Ja, wahrscheinlich war es der Respekt vor den Briefen, vor den Schätzen, die dort lagen, der mich daran gehindert hat, sie mitzunehmen.

    Inzwischen sind sie wahrscheinlich in den Untiefen einer Müllhalden verschwunden … Vielleicht hätte man ja doch einige Geschichten hier anonym präsentieren können. Andererseits: Vielleicht wäre das den Verfassern der Briefe gar nicht recht gewesen …

    Herzlich,
    Coralita

  12. Liebe Coralita,
    soeben habe ich einen ganz lieben Besuch aus Berlin bei mir im eisigen Wien – nur auf den Juristenball in der Hofburg bin ich heute Abend nicht mitgegangen… Dafür waren wir im Schmetterlingshaus 🙂
    Und diese Briefe berühren mich sehr… so viele Geschichten erzählen sie… aus dem wahren Leben gerissen… welcher Wind sie wohl verweht haben mag…
    Herzliche Abendgrüße zu dir, Elisabeth

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