Leerer Teller, schönes Wetter?

Immer wieder höre ich Eltern zu ihren Kindern sagen: „Wenn Du Deinen Teller leer isst, wird morgen schönes Wetter.“ Das habe ich als kleines Mädchen auch dauernd von meiner Mutter oder Oma gehört. Nie habe ich mir darüber Gedanken gemacht, was ein leerer Teller wohl mit schönem Wetter zu tun haben könnte. Heute war es aber soweit. Ich habe mir sogar ausgiebig Gedanken zu dieser vermeintlich abergläubischen Absurdität gemacht.  Doch weil die Erleuchtung nicht kommen wollte, habe ich mich eben schlau gemacht.

Der Spruch entstand aus einem Missverständnis heraus. Wenn in längst vergangenen die armen Kinder vom Lande die letzten Bissen ihres leckeren Essens hin- und herschoben (aus Angst, danach nichts mehr zum Genießen zu haben), wurden sie von ihrer Mutter beruhigt: „Esst nur alles schön auf, morgen gibt es wieder Schönes“.
Schönes wedder
. Schönes wieder. Plattdeutsch. Aha! Jetzt ergibt das alles auch einen Sinn.

In diesem Sinne: Guten Appetit!
Und keine Sorge: Das Wetter bleibt trotzdem schön, egal, ob ihr aufesst oder nicht.

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10 Antworten auf „Leerer Teller, schönes Wetter?“

  1. Na das ist gut zu wissen das wenn ich einmal nicht aufesse es dennoch schön wird. 🙂
    Aber die Begriffserklärung zu dem Spruch der auch hier bei uns in Österreich sehr bekannt ist, finde ich toll und auch einleuchtend.

    Lg,
    Rewolve44

  2. Danke für die Aufklärung. Meine Eltern haben das auch immer zu mir gesagt. Ich habe mich zwar hin und wieder gefragt, was das Essen mit dem Wetter zu tun haben soll, aber tiefere Gedanken hatte ich mir darüber noch nicht gemacht. 🙂
    Klingt jedenfalls einleuchtend.

    Liebe Grüße,
    Martina

  3. Dann sind also gar nicht die vielen übergewichtigen Kinder, die nicht nur einen, sondern mehrere Teller ratzeputzeleer essen, an diesem herrlichen Sommerwetter beteiligt! Danke für die Aufklärung!

  4. Spannend, deine Recherchen. Es ist schon seltsam, wie unbedacht solche Sätze den Kindern von vielen Erwachsenen „aufgetischt“ werden…

    Liebe Grüsse,
    Brigitte

  5. Das Zwingen der Kinder den Teller leer zu essen wurde von einer Tante schnell aus der Welt geschafft. Sie meinte, man solle nur so viel essen, wie man selbst wolle und auf keinen Fall mehr.

  6. Ich für meinen Teil habe meinen Sushi-Teller brav aufgegessen. Ach nee: leergegessen! Und nun sitze ich hier – mit einer Berliner Weißen. Äh Roten. Mit einer Berliner Weißen Himbeer. 😉
    Prost!

    Liebe Grüße an euch alle. Dass ihr mir keinen Sonnenstich und keine Hitzepickel kriegt! 😉
    Coralita

  7. Liebe Coralita,
    danke sehr für die Aufklärung … den Spruch kenn‘ ich auch … doch bei diesen Temperaturen an Essen zu denken … fällt mir schwer … da pass‘ ich mal auf … von wegen Sonnenstich und Hitzepickel … und was für eine Abkühlung gönne ich mir jetzt ?

    Vielleicht eine Brause, die hab‘ ich heute bei §Helmut“ entdeckt … und heut‘ beim Einkaufen auch einmal zugelangt … mal‘ sehen … welche Farbe nehm‘ ich denn jetzt …
    prickenlnde Grüße
    Doris

  8. Liebe Coralita,
    auch ich kenne den Spruch aus Kindertagen. Ehrlich gesagt, habe ich mir nie große Gedanken darüber gemacht. Aber jetzt hast du mich darauf gestoßen … vielen Dank auch für die Aufklärung.
    Liebe Grüße
    Iris

  9. Hallo Iris!

    So ist das ja meist. Man macht sich keine Gedanken, weil solche Sprüche eben in Fleisch und Blut übergegangen sind. Sie gehören fest zum Sprachgebrauch und werden eigentlich selten hinterfragt. Und uneigentlich kommt das doch immer wieder mal vor – wie man hier sieht. 🙂

    Liebe Grüße an Dich zurück,
    Coralita

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