Organisiertes Verbrechen

Mit einer Freundin bin ich im Hundertwasser in der Simon-Dach-Straße verabredet. Wir haben uns ein paar Jahre nicht gesehen. Ich bin schon ganz aufgeregt. Doch als ich sie bereits vor dem Lokal sitzen sehe, ist die Aufregung verflogen. Sie ist mir vertraut. Lächeln. Reden. Lachen. Stundenlang. Und die Zeit vergeht wie im Flug. Ein heißer Kakao mit Sahne, ein Glas Wein. Und dann noch eins. Es gibt viel zu berichten.

Am Nachbartisch isst ein junger Mann eine Pizza. Wie das duftet! Und die sieht auch wirklich lecker aus. Irgendwann steht der Mann auf, eine Viertelpizza noch auf dem Teller. Versteh ich gar nicht. Ich hätte sie auf jeden Fall komplett weggeputzt. Der Gast ist gegangen, als auch schon eine Schar Spatzen angestürmt kommt und sich auf den Teller stürzt. Die Vögel fallen regelrecht über den „italienischen Kuchen“ her. Ein Streiten, Zanken und hektisches Gezwitscher. Ein Spatz klaut sich ein besonders großes Stück. Es wiegt schätzungsweise dreimal soviel wie er selbst.

Der Teller leert sich, langsam aber sicher. Wir schauen amüsiert zu. Meine Freundin schüttelt sich plötzlich vor Lachen. Als ich sie verwundert anschaue, erklärt sie sich: „Sieht mir ganz nach organisiertem Verbrechen aus!“ – und lacht weiter.

Keine Spatzen, aber auch ganz gierig: Tauben in Rom

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12 Antworten auf „Organisiertes Verbrechen“

  1. Hallo, Coralita, du kannst absolut nichts dafür, aber bei dir muss ich unterhalb von „Senf zugeben“ immer erst drei Zeilen ausfüllen – das hemmt ein wenig die Kommentarfreudigkeit. Oder ich muss gleich 5 hintereinander, dann ist es rationeller.
    Spatzeninvasiion finde ich okay, aber Tauben finde ich so ewas von eklig, da könnte ich mich schütteln! Diese Viecher kamen zu paradiesichen Zeiten ja nur als einzelne Friedenstaube vor – oder bin ich da schlecht informiert?
    LG von Clara
    Ich würde mich mit dir auch im Hundertwasser treffen – ich weiß zwar, wo die Simon-Dach-Str. ist, weil ich bis 2000 auf der Verlängerungsstraße, der Proskauer, gewohnt habe, aber nicht genau, wo das H2O ist.

  2. Coralita, ich denke, da wirst du nichts daran ändern können. Nur die WordPress-Leute untereinander können kommentieren, ohne sich vorher „ausweisen“ zu müssen, es ist quasi ein Service von WP, wenn ich eingeloggt bin, dann bin ich automatisch „Himmelhoch“ mit Mail- und Website-Adresse und muss das nicht noch einmal schreiben.
    Und da ich blöderweise so eine lange Blogadresse habe, macht das nicht so richtig Spaß, da ich schreibfaul bin (bei Sachen, die nicht sein müssen!“
    Beim Marathon zieht jetzt der Erste wohl alle seine Register, die er bis jetzt ruhig gehalten hat. Oder?
    LG Clara

  3. Ups, ja wo ist denn mein Kommentar von gerade abgeblieben ?

    Also versuche ich es hier noch einmal, allerdings mit einem anderen Text, denn ich möchte mich noch ganz herzlich für die Verlosung bedanken … und ich habe gewonnen … ich freue mich sehr darüber … so hat mich gerade eben mein heutiges Wunder berührt … und noch dazu scheint die Sonne …

    herzliche und freudige Grüße
    Doris

  4. Eine herrliche Geschichte, liebe Coralita. Ich selbst beobachte auch sehr gerne die Spatzen, die überhaupt nicht ängstlich, sich die Reste zusammenklauben. Im Urlaub – wir waren frühstücken – setzte sich sogar einer auf mein Bein, um dort den Brötchenkrümel zu erhaschen …
    Liebe Grüße zu dir
    Iris

  5. Eine wunderschöne Geschichte.
    Ich finde deine Seite einfach wundervoll – ich mag deinen Schreibstil und erst recht die Bilder, mit denen du deine Artikel noch aufhübscht 🙂

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