Freundschaft

Du liest den Titel und weißt sofort, dass ich jetzt von Dir erzählen werde, dass ich bestimmt nur Dich meinen kann. Ganz kurz durchfährt Dich ein Schauer, heftig wie ein zartes Erschrecken. Du erkennst jetzt ein bisschen aufgeregt, dass tatsächlich Du der Mensch bist, von dem ich schreibe.

Ich mache es kurz, um Dich nicht in Verlegenheit zu bringen, denke ich, und doch weiß ich, dass es Dir keineswegs etwas ausmachen würde, schriebe ich hier selbst unter expliziter Nennung Deines Namens einen Roman über unsere Freundschaft.

Ich blicke in Dein Gesicht, das manchmal offen ist wie ein Buch. „Nimm‘ meine Hand“, möchte ich sagen „und geh‘ mit mir bis ans Ende dieser Welt.“ Doch ich sage es nicht, denn viel zu abgedroschen sind diese Worte, und viel zu oft benutzt wurden sie von menschlichen Lippen. Ich denke es leise in mich hinein, und doch hämmern die Worte fordernd gegen meine Schläfen. Sie verlangen, dass man sie herauslasse: „… Und wenn nicht bis an das Ende dieser Welt, so doch wenigstens bis an das Ende des nur für uns sichtbaren Horizonts…“.

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar, hat er einmal geschrieben. Er, der Mann, das Kind – Antoine. Er hat es gelebt, das Wesentliche… Und auch Du kümmerst Dich wenig um das, was andere von Dir denken, für was sie Dich halten könnten.

Du kannst mit Deinem guten Herzen nicht nur Dinge sehen, Du machst, dass auch andere das Wesentliche sehen. Du willst protestieren und sagen: „Aber ich bin doch gar nicht immer so gut!“. Und dennoch: Du bist für mich der kleine Prinz. Ich bin voller Freude, Dich in meinem Leben zu wissen.

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