Keksgänger

„Weißt Du, ich koche heute nicht. Mein Mann kommt eh immer so spät nach Hause. Soll er doch sehen, was er isst!“, beklagt sich die brünette Frau mit der Ketchupflasche in der Hand bei ihrer Bekannten. Die beiden stehen im Nudel- und Soßenregal und halten ein Schwätzchen.
„Ja, ich kann Dich da total verstehen. Meiner kommt auch immer so spät. Ehrlich gesagt geht mir das total auf den Keks.“ Die Bekannte verzieht die Mundwinkel und winkt ab. Beide Frauen sind sichtlich sauer.

Auf den Keks gehen – diese Redewendung gebraucht man, wenn man sich durch etwas oder jemanden genervt fühlt. Woher sie stammt, ist allerdings bis heute noch immer nicht ganz klar. Erst in den vergangenen dreißig Jahren hat sie sich in den hiesigen Volksmund geschlichen. Klar ist: Das Wort Keks stammt aus dem Englischen – cake. Und cake nannte man in England bereits in den 1960er-Jahren verrückte oder durchgeknallte Menschen. Man vermutet, dass mit Keks der Kopf gemeint ist.  Zerbröselt einem der Keks, gehen Nerven zu Bruch. Eigentlich ganz logisch, finde ich.

Ich schleiche hinter den beiden Frauen her und höre noch, wie die Brünette sagt: „Naja, aber ohne Männer geht es eben auch nicht.“ Die Bekannte nickt, kichert und greift nach passierten Tomaten. Vielleicht wird ja heute doch noch gekocht.

Zwar keine Kekse, dafür aber reich an wichtigen Nährstoffen: chinesisches Essen

 

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