Leben und Sterben

Ein „Tabuthema“ … Ich möchte gerne mit euch über ein Tabuthema diskutieren: den Tod. Tabu – noch immer? Das ist es sicher, was ihr euch jetzt gerade fragt. Doch tatsächlich ist es noch immer so, dass dieses Thema von unserer modernen Gesellschaft ausgeklammert, oft regelrecht verdrängt wird. Und warum? Weil wir die Gabe haben, uns in unsere Gedanken und Ängste hineinzusteigern? Warum erscheint der Tod in der Tierwelt soviel natürlicher und soviel … „einfacher“?

Doch ist es nun einmal so, dass wir alle – früher oder mit Glück sehr viel später – einmal sterben müssen. Denn wie heißt es so schön: Der Tod gehört zum Leben. Und spätestens, wenn einer unserer Angehörigen stirbt, sehen wir uns mit dem Tod unmittelbar konfrontiert – oft schon als Kind.

Aber vielleicht ist das ja auch in Ordnung so, denn dann lernen wir im besten Fall, uns eine Art Strategie zu überlegen mit Hilfe der wir akzeptieren, dass der Tod unser natürlicher Begleiter ist. Und das mit jeder Sekunde unserer Existenz … Ist das so oder ist Verdrängen doch besser?

Mich interessieren eure Gedanken und Gefühle zu diesem Thema … zum Sterben, zum Tod – und wie ihr damit umgeht. Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod? Glaubt ihr an ewige Energie oder an eine Art Nirvana? Oder kommt danach einfach nichts? Vielleicht müssen wir ja gar keine Angst vor dem Tod haben … ?

Auch die Sonne des Lebens geht einmal unter …

 

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11 Antworten auf „Leben und Sterben“

  1. Wir müssen keine Angst vor dem Tod haben. Danach kommt nichts mehr. Unsere Atome werden in anderen Lebewesen wieder zu etwas verbaut oder sie werden irgendwo anders in der Natur verbaut. Eigentlich gehen wir also gar nicht, wir nehmen nur sehr viele andere Formen an und wissen halt nicht mehr, dass wir mal ein Mensch waren. Wir leben halt eine gewisse Zeit, wobei keiner weiß, warum. Vielleicht ist das Leben eine ewige Energie, die ständig weitergeht und sich neue Formen sucht, wir selbst aber werden aufhören zu existieren und wir selbst werden auch nicht im Himmel oder in der Hölle weiterexistieren, unsere Zeit ist mit dem Tod abgelaufen.

  2. … guter spruch vom ollen epikur!

    dass der tod mich nicht interessiert, würde ich nicht sagen – eher im gegenteil. auf keinen fall habe ich angst davor. das würde ja auch nichts bringen. schließlich ist er ein teil des lebens – und von der sekunde der geburt an sind wir, ob wir wollen oder nicht, „angezählt“. da mein leben, dank mehrerer krankheiten, schon öfters auf der kippe stand – das erste mal kurz nach der geburt – ist der tod etwas, womit ich mich zwangsläufig auseinander setzen musste. und auch weiterhin auseinander setzen will.
    es gibt zwei dinge, die mir im gesellschaftlichen umgang mit dem tod sauer aufstoßen: einmal die bemerkung, wenn jemand mit 50, 60, 70 stirbt statt mit 80, 90, 100 (wie es heute „zu sein hat“), dass der- oder diejenige zu früh verstorben sei. da frage ich mich immer: zu früh für was? es mag nicht politisch korrekt sein, so zu denken, aber wer weiß schon genaues über die einzelnen menschen – womöglich hätte ein späterer tod für die menschen nur bedeutet, dass sie umso länger mit einer krankheit dahinvegetieren. oder was auch immer. ich meine, indem man den tod als etwas natürliches ansieht (wenn er nicht gerade durch unfälle verursacht wird), nimmt man dem tod auch das tragische, das entsetzliche.
    das zweite, das mir nicht nur sauer aufstößt sondern worüber ich mich kringelig lachen könnte, ist der berühmte aufdruck auf zigaretten: „raucher sterben früher“.. früher als was oder wer??
    als wäre der tod in irgendein schema zu pressen.
    ich glaube, das ist das eigentliche problem dabei. tabu – auch. aber damit etwas so sehr tabuisiert wird, muss man zwangsläufig auch besessen sein davon. in gewisser weise zumindest. die meisten menschen neigen dazu, dem tod wegzulaufen – machen dies, und machen das, um sich abzulenken und sich sicher zu wägen. wenn der tod eintritt dann bitteschön zu einem bestimmten zeitpunkt und in einer bestimmten art und weise – und nicht anders.
    wie erwähnt, mache ich mir aufgrund meiner lebensgeschichte schon sehr lange gedanken darüber – entsprechend länger könnte ich auch schreiben. und auch entsprechend politisch unkorrekt. aber damit will ich’s mal belassen. ;o)

    nur kurz zum leben nach dem tod: ich glaube an ein leben VOR dem tod. allerdings glaube ich schon auch an eine art „zustand“ nach dem tod. ich glaube daran – nein, ich bin fest davon überzeugt -, dass der tod genau so eine art übergang von einem zustand in den anderen ist wie die geburt. bei der geburt wechselt man doch auch nur von einem zustand in den anderen. und ich glaube nicht, dass man den embryo – ab einer gewissen entwicklungsstufe – als „tot“ bezeichen kann. nein. das leben beginnt ja nicht mit der geburt, es beginnt sehr viel früher. in dem sinne bin ich auch davon überzeugt, dass es nach dem tod eine begrenzte zeit lang weiter geht (vielleicht auch 9 monate, in dem all das gewonnene leben aus uns weicht? wäre ein tröstlicher gedanke..!). in dem sinne, wie ich die geburt als eine erste hürde vom embryonalen zustand zum „echten“ leben sehe, sehe ich den zeitpunkt „tod“ als die letzte hürde vom leben zu einem zustand, der so aussehen mag wie sich sven das ausmalt. siehe oben.

  3. Dass der Tod zum Leben dazu gehört, ist ein Gedanke, mit dem sich jeder anfreunden sollte. Spätestens wenn man sicher sein kann, bereits mehr als die Hälfte seines irdischen Daseins hinter sich zu haben, ist es höchste Zeit sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass dieses Leben mal zu Ende geht. Was nach dem Tod kommt, kann niemand mit Gewissheit sagen. Auch gläubige Menschen haben letztlich keine verbindliche Antwort auf die Frage zum Leben nach dem Tod. Wenn es das gibt, wird es eine andere Form des Daseins sein, denn unser jetziger lebendiger Körper existiert dann nicht mehr. Also wovor sollen wir Angst haben? Wir haben doch dann nichts mehr zu verlieren.

    Für mich ist es wichtig, dass die Zeit meines Lebens am Ende positiv gesehen wird, von meiner Familie, meinen Freunden, meinen Kollegen und allen, die mir begegnen. Ich möchte, so gut es geht, positive Spuren auf dieser Welt hinterlassen. Wenn man sich gerne an mich erinnert, dann hat mein Leben einen Sinn, und das nimmt dem Tod den Schrecken.

    Soweit mein Senf dazu.
    LG, Georg

  4. Ich entsinne mich, schon einmal in dieses Blog-Häuschen geschlurft zu sein (ich pflege zu schlurfen, weil mein Stützapparat nicht mehr ganz so elastisch ist, hüstel), über den Umweg durch die Pech-und-Schwefel-Dünste bei Herrn AWTchen, und nun fand ich aber den Weg hierher auch über den Text-Teppich-Direktor Trittenheimer, und: „passt schon“, weil ich vor paar Tage zum hier gesetzten Thema in meinem Blog-Häuschen einige Wortgruppen gruppierte (und ausnahmsweise bisschen sauer zu sein scheine, dass die Resonanz minimal war, aber ich muss das noch mit meiner inneren Gruppe durcharbeiten); jedoch dazu noch Folgendes: irgend ein (ohne Ironie gesagt) kluger Mensch hat mal gesagt, eigentlich wäre die Angst vor dem Tod (oder die Angst „dahinter“ oder „darunter“ und was dergleichen psycho-topologische Spitzfindigkeiten mehr sind) Angst vor dem Leben (deswegen auch meine sarkastische Headline); wer auf dem letzten Bette tobt und wütet, ist wahrscheinlich entweder ein besonders vitaler, das Leben heiß und innig liebender Mensch, oder eben wer, der einsehen muss, dass und wie viel ungelebt geblieben ist… oder so ähnlich…

    Mit vorzüglicher Zerknirschung

    Das Fossil

  5. Hola!

    Das Tabuthema zieht. (Wie man sieht. 😉
    Bisher sind es mit einer Ausnahme nur Männer,
    die sich dazu äussern. Warum das?
    Das Sterben, der Tod ist doch nicht nur Männersache.
    Merkwürdig, merkwürdig.
    Na gut. Ich selbst bin überzeugt davon, dass nach dem Exitus NICHTS folgt.
    Der Körper verfault. KEINE Seele entweicht. Finito. AUS! Für immer und ewig.
    Himmel? Paradies? Hölle?
    Spirituelles Geschwätz. EingeBILDeter Humbug.
    …… „Die Angst macht die Götter.“ ……

    Gruß aus der guten Stube! 😉

  6. Der Tod begleitet mich schon seit dem 31.05.1977, an dem Tag starb meine Mutter, die ich sehr lieb gehabt habe. Ein Jahr später am 28.05. 1978 starb meine Oma (mütterlicherseits). Zwei Jahre Später 1980 starb mein Erzeuger. Als meine Mutter starb dachte ich damals mit 14 Jahren das ich auch mit 33 Jahren sterben werde, aber ich lebe immer noch, und ich denke das der liebe Gott mich noch nicht haben will, weil er noch was mit mir vorhat. Aber was? Und so lebe ich weiter obwohl ich lieber Tod wäre. Mein Leben war nicht das schönste, von klein auf wurde ich mit körperlicher Gewalt auf gezogen. Von meinem Stiefvater lernte ich die Gewalt von meiner Mutter die Liebe. Zwei Extreme die nicht zusammen passen. Durch den Tod meiner Mutter habe ich alles mit Alkohol weggespült, aber es half nichts, dafür wurde der Alkohol zu meinem Lebenspartner bis nichts mehr ging. Da ich noch nicht volljährig war kam ich in ein Erziehungsheim, aber der Alkohol und jetzt noch die harten Drogen, haben mich zerstört, dann wurde ich wurde Straffällig, erst Jugendstrafe (5 Jahre) dann Erwachsenen Strafe (10 Jahre plus Psychiatrie) ich kam mit Erziehungsheim, Jugendknast und Erwachsenen Knast und Psychiatrie auf 32 Jahre Haft. Und jetzt bin ich wieder Draußen, aber das leben in Freiheit ist schwer, wenn man viele Sachen verloren hat und man das Gefühl hat das man innerlich „Tod“ ist. Aber ich mache weiter.

  7. tod will man nicht wahrhaben, besonders in unserer spaßgesellschaft. tod bedeutet abschied und schmerz, dinge, mit denen man sich – besonders in wohlstandsgesellschaften – nicht auseinandersetzt und die verdrängt werden (denn das kann man auch durch noch soviel geld nicht verhindern, das schafft ein gefühl von machtlosigkeit, mit dem wir vermutlich alle nicht wirklich umgehen können und wollen).
    mit dem glauben hab ich es persönlich nicht so, aber ich muss gestehen, ich beneide die menschen, die das können.
    ein tabuthema ist es garantiert, denn vor allem wollen wir uns mit der endlichkeit unseres eigenen lebens nicht auseinandersetzen, denke ich…

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